Im nächsten Frühjahr, genauer gesagt am 30. April 2012, stellen sämtliche Fernsehsender ihre analoge Übertragung via Satellit ein. Die digitale Offensive soll Zuschauern neben einer besseren Bild- und Tonqualität auch eine größere Programmauswahl bieten. Nachteil: Zahlreiche Haushalte in Deutschland müssen wohl oder übel umrüsten – immerhin empfangen laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom noch etwa 20 Prozent der rund 17 Millionen Satelliten-Haushalte ein analoges Signal. Mit der Umstellung sollten Betroffene, wenn möglich, nicht bis zum allerletzten Moment zögern. Zum einen werden manche Sender ihre Ausstrahlung voraussichtlich bereits früher digitalisieren, zum anderen könnte es während der letzten Tage und Wochen des Countdowns zu Engpässen bei Empfangsgeräten kommen.
Verbraucher, die sich nicht sicher sind, ob die Umstellung sie betrifft, können dies ganz leicht selbst überprüfen. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie die größten Privaten informieren auf Videotextseite 198 über den genauen Status des jeweiligen TV-Empfangs. Erscheint dort eine Analog-Meldung, benötigen Sie in Kürze vor allem eins: einen digitalen Sat-Receiver. Selbiger kann als Einzelgerät erworben werden, findet sich allerdings auch als integrativer Bestandteil in vielen aktuellen TV-Modellen. Für Zuschauer, die ohnehin mit dem Gedanken zum Neukauf eines Fernsehers spielen, ist letzteres möglicherweise der elegantere Weg. So oder so fallen allerdings Investitionskosten an. Übrigens auch in Bezug auf die Schüssel. Diese muss zwar nicht komplett ausgetauscht, jedoch mit einem sogenannten LNB (Low Noise Block Converter) nachgerüstet werden, der auch das Frequenzband für digitale Programme empfangen kann. Neuere Satellitenschüsseln verfügen in der Regel bereits über einen entsprechenden LNB, eine Neuanschaffung schlägt mit etwa zehn Euro zu Buche. Mieter mit Gemeinschaftsschüsseln müssen sich im Übrigen nicht darum kümmern – hier steht der Vermieter in der Pflicht.
In Bezug auf digitale Receiver haben Verbraucher verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Neben den einfachsten Geräten ohne Extras, gibt es HD-taugliche Modelle und auch Receiver mit eingebauter Festplatte, mithilfe derer sich Fernsehsendungen bequem aufzeichnen lassen. Kunden von Pay-TV-Sendern sollten darüber hinaus darauf achten, dass ihr Receiver über eine CI-Schnittstelle verfügt – die vom Anbieter gelieferte Karte zur Entschlüsselung wird hierüber gekoppelt. Für ein schlichtes Gerät ohne Festplatte fallen Kosten ab etwa 30 Euro an, High-End-Modelle mit allen Optionen können hingegen schnell jenseits der 500 Euro liegen.


